Wie es scheint, will das Universum mich in Bezug auf meine Kolumne immer wieder mit einzelnen Sätzen als Aufhänger leiten. Die Serie reißt auch im August nicht ab und dieses Mal geht mir der Satz „Wer schreit, hat Unrecht“ nicht aus dem Kopf.
Vorab: Natürlich weiß ich, dass nicht alles, was geschrien wird, automatisch und ausschließlich deshalb falsch ist. Dennoch zeigt sich hier ein Muster, das es meiner Meinung nach wert ist, betrachtet zu werden.
Der Kontext, in dem mir dieser Satz in den Kopf gekommen ist, findet sich in der Bitcoin-Welt. Dort tobt gerade ein ideologischer Krieg um den Umgang mit Spam, der dazu führen könnte, dass sich ein Teil der Community abspaltet. Das ist kein Grund zur Sorge für mich, weil dies in der Vergangenheit schon wiederholt vorgekommen ist und Bitcoin daraus immer gestärkt hervorgegangen ist. Dennoch beobachte ich bei dieser Auseinandersetzung folgendes Muster.
Künstliche Dringlichkeit
Die eine Seite erklärt die Situation zu einem Notfall, ohne dass sich irgendetwas an den äußeren Rahmenbedingungen geändert hat. Sie präsentiert eine angebliche Lösung, die so schnell wie möglich umgesetzt werden muss, weil es sich ja um einen Notfall handelt. Menschen mit einer anderen Meinung werden invalidiert, weil sie nur deshalb nicht zustimmen, weil sie das Thema einfach noch nicht verstanden haben. Und der lauteste Teil dieser Seite bezeichnet diejenigen, die Argumente bringen, warum sie nicht zustimmen, als Lügner oder Schlimmeres.
Die andere Seite bleibt größtenteils ruhig, argumentiert sachlich und respektvoll, ohne dabei persönlich zu werden. Klar, Ausreißer gibt es auf beiden Seiten, aber das ist die übergeordnete Stimmung, so, wie ich sie wahrnehme.
Unabhängig von der Sachfrage hat so eine Situation und die Energie, die beide Lager aussenden, auf meine persönliche Meinungsbildung einen wesentlichen Einfluss. Ich werde immer misstrauisch, wenn mir jemand erklärt, die Situation sei ernst und ich müsse jetzt sofort handeln, ansonsten geschehe etwas Schlimmes.
Einen Schritt zurücktreten
Die Realität sieht so aus: Die allerwenigsten Entscheidungen sind so zeitkritisch, dass sie sofort getroffen werden müssen. Wenn nicht gerade Leib und Leben in Gefahr sind, kann ich mir IMMER die Zeit nehmen, nachzudenken, reinzuspüren und mir eine fundierte Meinung zu bilden. Entscheidungen werden in der Regel besser, wenn man noch einmal eine Nacht darüber schläft. Und Antworten auf provokante E-Mails oder Textnachrichten werden ausgewogener und sachlicher, wenn man sie nicht sofort abschickt. Kurz: In den seltensten Fällen gibt es unmittelbaren Handlungsbedarf.
Das Umfeld, in dem wir uns gegenwärtig bewegen, suggeriert uns jedoch das Gegenteil. Im großen Kontext wird uns eingeredet, dass der Klimawandel Deutschland schon morgen zur Wüste macht und der steigende Meeresspiegel spätestens übermorgen die Niederlande flutet. Drei Tage später steht der Russe wieder vor Berlin, und wer sich nicht impfen lässt, wird den nächsten Frühling nicht mehr erleben.
Ich wage zu prophezeien, dass nichts von alldem eintreten wird.
Emotionale Köder in den sozialen Medien
Im persönlichen Kontext werden wir in den sozialen Medien von alarmistischen Kurzvideos oder Posts überflutet, die entweder unsere Zustimmung erheischen wollen, dass die Welt schlecht ist und sich gegen uns verschworen hat, oder sie blasen ins gleiche Horn wie im vorherigen Absatz beschrieben. Im Englischen gibt es dafür zwei schöne Wörter: rage bait und fearmongering, also gezielte Provokation („Wutköder“) und Panikmache. Ausgewogene und rationale Argumente sind die große Ausnahme.
Was gerade passiert, ist, dass alle Seiten versuchen, auf dem Klavier unserer Emotionen ihre eigene Melodie zu spielen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schnell es geschieht, dass man auf diese emotionalen Köder hereinfällt. Wie oft habe ich mich dabei ertappt, die Emotionen zu haben, die der Absender in mir erzeugen wollte, und musste bewusst einen Schritt zurücktreten und meinen Verstand wieder einschalten. Nicht zuletzt deswegen habe ich meinen eigenen Konsum von Nachrichten und sozialen Medien drastisch eingeschränkt. Und ich bemerke, dass mir das durchaus ein bisschen schwer fällt. Einerseits habe ich das Bedürfnis, zu wissen, was im Außen geschieht, um darauf reagieren zu können, andererseits habe ich aber sehr klar gespürt, was das mediale Dauerfeuer mit meinem Nervensystem macht. Leider bin ich nicht mit einem besonders dicken Fell gesegnet.
Essenzen für Widerstandskraft und Überblick
Apropos … eine unserer selbst zusammengestellten Essenzenmischungen hat eben diesen Titel bekommen: Dickes Fell. Diese Kombination aus fünf Desert Alchemy Blütenessenzen war ursprünglich für den besseren Umgang mit schwierigen Menschen gedacht, sie passt aber hervorragend auch zur Stärkung der Widerstandskraft in Bezug auf den Irrsinn der aktuellen Zeit. Gleiches gilt für die Auric Protection Essence aus Südafrika und Energy Shield von den Findhorn Flower Essences aus Schottland. In unserer Themenkategorie „Schutz“ finden Sie noch eine ganze Reihe weiterer Essenzen.
Ox-Eye Daisy von den Pazifikessenzen unterstützt einen anderen Aspekt, nämlich die Fähigkeit, das große Bild zu sehen und sich nicht von einzelnen Details in die Irre führen zu lassen. Eine ähnliche Wirkung hat die Whale Essenz von Daniel Mapel und seinen Wild Earth Tieressenzen.
Wenn Sie bemerken, dass es anderen immer wieder gelingt, auf ihrer emotionalen Klaviatur zu spielen, könnte Bunchberry von den Alaska Essenzen eine gute Option sein und Blue Dragon von den Himalayan Flower Enhancers hilft dabei, einen klaren Verstand zu bewahren.
Die Clarity Essenz aus der Reihe der Alchemischen Mischungen von den South African Flower Essences hilft dabei, das innere Wissen zu nutzen, um Situationen klar beurteilen zu können und die Maya Göttinnenessenz von Sabina Pettitt hilft dabei, das Netz der Illusionen in der Welt zu durchschauen.
Den eigenen Kompass bewahren
Wie schon so oft geschrieben, sind die Zeiten, in denen wir gerade leben, wahrlich besonders und eine große Herausforderung. Nichts bleibt so, wie wir es bisher gekannt haben, das Tempo der Veränderungen wird beständig größer und die Welt scheint alles in allem jeden Tag immer verrückter zu werden.
Umso wichtiger ist es, dass wir in all dem Chaos einen klaren Kopf und eine direkte Verbindung zu unserer inneren Stimme behalten. Zu erkennen, dass das meiste, was uns in den Medien und im Internet präsentiert wird, nicht objektiv und oft auch einfach nicht wahr ist, ist dabei unerlässlich. Ich persönlich bin inzwischen so weit, dass ich einfach nichts mehr glaube, bevor ich es nicht selbst überprüft habe. Das ist anstrengend, aber es lohnt sich sehr.
Besonders misstrauisch bin ich bei den Dingen, die mir als Notfälle oder besonders zeitkritisch verkauft werden. Und wenn dazu noch das Ende der Welt angekündigt wird, falls ich nicht A, B oder C glaube oder tue, dann bin ich ganz raus. Die wenigsten Dinge sind so dringend, dass ich sofort über sie entscheiden muss. Und um zum Aufhänger dieses Monats zurückzukommen: Wer schreit, hat in der Regel Unrecht.
Ich wünsche Ihnen einen entspannten Spätsommer. Inmitten des Chaos ist es zwar nicht ganz leicht, die Ruhe zu bewahren, aber es ist möglich. Und Essenzen können dabei helfen.
Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen
