„Dezentralität ist das vorherrschende Prinzip der neuen Energie.“ Das ist mein Aufhänger für meine Kolumne im Juli. Was bedeutet das überhaupt und wie wirkt sich das im alltäglichen Leben aus? Mal sehen, ob ich dieses große Thema in einem einzigen Artikel halbwegs eingefangen kriege 😉
Wenn alte Formen hohl werden
Sie werden vielleicht schon einmal von mir gelesen haben, dass die Welt sich gerade im größten Transformationsprozess unserer Lebzeit befindet, und das ist inzwischen irgendwo zwischen einem Allgemeinplatz und dem Sound einer gesprungenen Schallplatte (wenn Sie noch wissen, was das ist). Nichtsdestotrotz bleibt es wahr und auch im Alltag sehr präsent. Die Konsequenzen sind vielfältig und wichtig zu verstehen. Lassen Sie mich deshalb einen kurzen Abstecher machen.
Wenn ich nach draußen in die Welt schaue, sehe ich vieles, was so aussieht, als ob Menschen versuchen würden, Dinge zu tun (und die Dinge so zu tun), wie sie in der Vergangenheit waren. Einfach, weil es eine Angewohnheit ist, oder weil man es halt schon immer so gemacht hat. Besonders deutlich scheint mir das bei großen Events zu sein, wie beispielsweise der Fußball-WM. Weil das in der Vergangenheit ein Ereignis war, das Menschen begeistert und zusammengebracht hat, gehen wir davon aus, dass das auch heute noch so ist und immer so sein wird. Auch wenn ich selbst kein großer Fußballfan bin, habe ich mich von diesem Spirit gelegentlich anstecken lassen.
Heute habe ich eher das Gefühl, dass der Hype um dieses Turnier wie ein komatöser Patient ist, der mit viel Aufwand und Geld am Leben erhalten wird, jedoch innerlich schon gestorben ist. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Wenn Sie Fußballfan sind, möchte ich Ihnen den Spaß an der Sache nicht verderben. Ich schildere nur meine persönliche Wahrnehmung, dass das, was einmal mit Leben gefüllt war, mir seit einiger Zeit wie eine leere Hülle vorkommt, bei der man mehr aus Gewohnheit als aus Begeisterung mitmacht. Und Ähnliches gilt für vieles, was in den 80er-, 90er- und 2000er-Jahren unser äußeres Leben geprägt hat.
Sobald man damit beginnt, die Erkenntnis zuzulassen, dass die Welt sich – so, wie sie es immer tut – verändert hat, verändert sich auch der Blick auf die Dinge, die man gewohnheitsmäßig tut. Das passt auch wieder gut zu den Erkenntnissen zum „Fourth Turning“, die ich in meiner Kolumne im Mai beschrieben habe.
Zentralisierung und Dezentralisierung
Die Welt ist also wie gesagt im Wandel, und aktuell in einem besonders rasanten Tempo. Dabei gibt es zwei grundsätzlich entgegengesetzte Tendenzen: Zentralisierung und Dezentralisierung. Wir leben in einer Welt des Dualismus. Zu jedem Ding gibt es ein Gegenteil: Mann und Frau, schwarz und weiß, hell und dunkel, alte Energie und neue Energie.
Ich gehe davon aus, dass Sie mit den Begriffen „alte/neue Energie“ vertraut sind, aber falls nicht: Die alte Energie ist die Metapher für die Grundprinzipien, nach denen die Welt in den letzten 2000 Jahren funktioniert hat: Konkurrenz, Egoismus, Schein. Das Konzept der neuen Energie beschreibt, wohin wir uns im gerade stattfindenden Transformationsprozess bewegen: Miteinander, Altruismus, Wahrhaftigkeit. Ohne dabei zu pathetisch zu werden, möchte ich Ihnen meinen Gedanken vorstellen, dass Zentralität ein Konzept der alten Energie ist, während Dezentralität das Gegenstück ist, das mit der neuen Energie kompatibel ist.
Was wir aktuell da draußen beobachten, ist der Wunsch der Institutionen und Strukturen der alten Energie, die Lebensrealität der Menschen zu zentralisieren und zu überwachen. Dazu gehören unter anderem zentrale Steuer-IDs, die elektronische Patientenakte, Klarnamenpflicht im Internet, Chatkontrolle, Kennzeichen-Scanner an den Straßen und der digitale Euro als programmierbares Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency, CBDC). Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber für mich fühlt sich das alles sehr alt und einfach nur falsch an.
Wenn man den Blick nur ein wenig hebt und über den Tellerrand hinaussieht, stößt man jedoch schnell auf Konzepte und Ideen, die das genaue Gegenteil zum Ziel haben: Dezentralisierung. Dazu gehören lokale Gemeinschaften, Tauschhandel, Technologien wie VPNs für die Wahrung der digitalen Privatsphäre und natürlich Bitcoin als das erste wirklich dezentrale Geld in der Geschichte der Menschheit. Und wenn ich da hineinspüre, fühlt sich das alles für mich sehr nach neuer Energie an, wie ein frischer Wind, der durch den Muff der alten Konzepte weht. Auch wenn das alles noch nicht wirklich im Mainstream angekommen ist, sprießen die frischen, grünen Pflänzchen an allen Ecken und Enden unter der Oberfläche. Man muss sich nur die Mühe machen, hinzusehen und sie wahrzunehmen.
Dezentralität im eigenen Denken
Dezentralität findet jedoch nicht nur im Außen statt, auch in unseren Köpfen ist sie sinnvoll. Sind wir wirklich frei, wenn wir, ohne zu hinterfragen, das glauben, was uns als Weltbild vorgesetzt wird? Hinter jeder Nachricht, die wir sehen, steht die Absicht der Person oder Institution, die die Nachricht veröffentlicht hat. Wenn die Menschen einfach glauben, was ihnen gesagt wird, dann entsteht eine zentralisierte und gesteuerte gesellschaftliche Meinung – und genau das war schon immer das Ziel jeglicher Art von Massenmedien. Es gibt dazu äußerst interessante Lektüren, wie zum Beispiel „Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon aus dem Jahr 1895(!) und „Propaganda“ von Edward Bernays, dem Vater moderner PR.
Ich glaube, eine unserer Aufgaben im Rahmen des großen Transformationsprozesses ist, unsere Fähigkeit zu eigenständigem, kritischen Denken zu kultivieren und zu schärfen. Dazu gehört, wie schon so oft geschrieben, die Angewohnheit, Informationen und Nachrichten zu hinterfragen, das, was wichtig ist, zu verifizieren, nicht nur auf eine einzige Quelle zu vertrauen und vor allem, sich die Mühe zu machen, aus all den Informationen ein individuelles, einzigartiges Weltbild zu bauen.
Lokale Netzwerke statt blinder Institutionenglaube
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Aufbau von lokalen Netzwerken. „Ich kenne jemanden, der jemanden kennt“ ist eine sehr alte Qualität, die in den letzten Jahrzehnten oft zu kurz gekommen ist. Wir haben gelernt – oder wurden dazu erzogen –, uns auf Institutionen zu verlassen, statt auf uns selbst und unser persönliches Netzwerk. Das Problem ist nur: Wenn die Institution ausfällt oder nicht unser Wohl im Sinne hat, sind wir am Ende die Gekniffenen. Besser ist es also, wenn wir zusätzlich ein Netzwerk von Menschen haben, die wir persönlich kennen und denen wir vertrauen können.
An erster Stelle kommt hier natürlich die Familie, aber auch der Bauer aus der Region, bei dem man gute Nahrungsmittel kaufen kann, der Handwerker, dem man vertrauen kann oder der Bekannte, der sich beim Thema Finanzen auskennt, sind unbezahlbar. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Qualitäten in Zukunft wieder deutlich mehr Gewicht in unserem Leben haben müssen und werden. Ganz zu schweigen von den Vorteilen, die es jedem Einzelnen bringt, wenn die Zeiten noch viel wilder werden sollten. Ein persönlicher Kontakt schlägt jeden KI-Kundenberater der Großkonzerne.
Dezentralität fordert jedoch vor allem eines: Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Sie wissen, dass das eines meiner Lieblingsthemen ist und ich habe schon so oft darüber geschrieben, dass ich es an dieser Stelle auch bei diesem kurzen Hinweis belassen möchte 😉
Essenzen als Unterstützung
Wenn ich als Unterstützung für individuelle Souveränität, ein eigenes Netzwerk und Dezentralität drei Essenzen aus unserem Sortiment auswählen müsste, dann wären das vor allem diese:
- Harvest Lily (Pacific Essence): Fördert die Fähigkeit, sich selbst als Teil eines größeren Ganzen zu erleben, ohne die eigene Individualität zu verlieren. Sie stärkt das Verständnis für andere Sichtweisen und schafft die energetische Grundlage für echtes Miteinander, Verständigung und Win-Win-Lösungen.
- Tall Mulla Mulla (Australische Buschblüten Essenzen): Aus der inneren Vereinzelung herauskommen, sich nicht nur theoretisch als Teil eines Netzwerks verstehen, sondern tatsächlich auf andere Menschen zugehen.
- Beyond Words (Alaskan Essences): Stärkt die klare, herzliche und authentische Kommunikation, fördert Selbstbewusstsein, emotionale Klarheit und den sicheren Ausdruck der eigenen Wahrheit.
Und diese Essenzen bekommen Sie selbstverständlich beim Blütenessenzen-Händler Ihres Vertrauens (also hoffentlich uns 😉)
Viele kleine Schritte
Große Veränderungen geschehen in den seltensten Fällen auf einen Schlag. Auch wenn es vermutlich rückblickend betrachtet erstaunlich schnell ging, geschieht die Transformation in vielen kleinen Einzelschritten und jeden Tag ein bisschen mehr. Die einzige Aufgabe, die wir dabei haben, ist, die Schritte bereitwillig zu gehen und uns dabei bestmöglich selbst und gegenseitig zu unterstützen.
Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen
