Carsten Sann

Zu guter Letzt … (April 2026)

Ich fühle eine große Sehnsucht in mir: Die Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit. Sie und ihre Geschwister Integrität und Authentizität sind das, was mir in der Welt da draußen gerade am meisten fehlt. Und damit meine ich in erster Linie Politik, Wirtschaft, Werbung, (soziale) Medien und all die anderen Institutionen, die erkennbar dabei sind zu kollabieren.

Früher war alles besser, oder?

Ich bin in den 1980er Jahren aufgewachsen. Man neigt ja dazu, die Vergangenheit zu verklären und auch, wenn ich selbst nicht vollständig dagegen immun bin, erinnere ich mich gut an die Schreckgespenster, die damals an die Wand gemalt oder wahlweise auch als Sau durchs Dorf getrieben wurden. Kalter Krieg, saurer Regen, Ozonloch und AIDS – auch damals wurden uns vorgeblich „gute Gründe“ gegeben, in ständiger Angst zu leben. Und dennoch habe ich zumindest das Gefühl, dass es vieles in meiner Jugend noch ehrlicher, authentischer und irgendwie „wahrhaftiger“ war.

Natürlich war auch in den 80er und 90er Jahren das, was in den Nachrichten kam, manchmal, sagen wir mal euphemistisch: „geflunkert“, und was hinter verschlossenen Türen in Wirtschaft und Politik gesprochen wurde, war sicherlich auch nicht das, was später der Öffentlichkeit erzählt wurde. Aber dennoch … irgendwie war es anders.

Ich könnte ich jetzt in eine Tirade darüber ausbrechen, wie verdorben die Welt heute ist – nur wäre das völliger Quatsch und zu allem Überfluss auch noch schädlich für Ihre und meine mentale und emotionale Hygiene. Die Welt heute ist auf vielen Ebenen heute genauso schön, wie sie es damals war. Vieles ist sogar besser und leichter geworden. Und dennoch habe ich dieses tiefe Bedürfnis nach Wahrhaftigkeit, denn die scheint mir in den letzten Jahren irgendwie unter die Räder gekommen zu sein. Und vielleicht komme ich um eine (kleine) Tirade doch nicht herum 😉

Verwirrende Gemengelage

Was ich beobachte: Eine geopolitische Lage, die völlig undurchschaubar ist. Sind die Israelis oder die Hamas die Bösen? Hat der Iran die Atombombe, vor deren Fertigstellung er seit Jahrzehnten angeblich immer wieder unmittelbar steht, tatsächlich im Silo gehabt? Will Putin wirklich Westeuropa erobern und warum fahren ukrainische Kriegsflüchtlinge zum Urlaubmachen in die Heimat? Und was davon ist wahr und was erfunden? Um ehrlich zu sein halte ich es für uns Normalsterbliche unmöglich, das mit Sicherheit sagen zu können. Und vielleicht gibt es ja gar keine eine „Wahrheit“, sondern nur unglaublich viele und komplexe Graustufen.

Auch wenn uns die alten und neuen Medien von rechts und links genau sagen möchten, was wir glauben und worüber wir empört sein sollen, habe ich mich in vielen Bereichen dazu entschlossen, agnostisch zu sein: Ich kenne die Wahrheit nicht und deshalb habe ich zu immer mehr weltpolitischen Themen auch explizit keine Meinung oder Position.

(Aus-) Sitzfleisch

Ich beobachte auch, wie Politiker in mir bisher unbekannten Maße heute das eine sagen und das andere tun. Intensivstes Fehlverhalten wird wegargumentiert, weggelächelt oder einfach ausgesessen. Dinge, die im alte Jahrtausend zum sofortigen Rücktritt geführt hätten, werden heute in den Medien maximal noch am Rande erwähnt. Zur Erinnerung: Jürgen Möllemann ist 1993 sowohl als Wirtschaftsminister als auch als Vizekanzler zurückgetreten, nachdem er Briefpapier seines Ministeriums verwendet hatte, um in einem Brief für die Geschäftsidee eines Vetters seiner Frau zu werben.

Ein kleiner Treppenwitz der Geschichte am Rande: Ausgerechnet der amerikanische Präsident Donald Trump ist noch die wahrhaftigste Figur am politischen Firmament. Man kann von ihm und seinen Absichten halten, was man will, aber er macht zumindest keinen Hehl daraus.

Nichts ist so, wie es scheint

Ich beobachte, wie in den sozialen Medien „Influencer“ allen die Welt erklären wollen, die sich selbst keine Gedanken machen wollen oder noch zu jung sind, um die Chance gehabt zu haben, ihr Weltbild eigenständig zu bauen. Sie wissen genau, was wir denken sollen, was richtig und was falsch ist, was hübsch oder hässlich ist. Wann genau ist eigentlich das Berufsbild „Influencer“ entstanden, warum brauchen wir das und warum kann man damit reich werden? Und warum fliegt viel zu selten auf, dass nur der geringste Teil von dem, was da als Realität verkauft wird, tatsächlich wahr(haftig) ist?

Ich beobachte an mir selbst, dass ich mehr und mehr dazu übergehe, einfach gar nichts mehr zu glauben, was ich nicht selbst überprüft habe. Spätestens, seit die KI nicht nur Bilder sondern auch Videos täuschend echt erzeugen kann gibt es (außer bei Bitcoin) quasi keinen Beweis für Echtheit mehr. Und da von all dem, was da täglich an Informationen auf mich einstürzt, nur der kleinste Teil so relevant ist, dass ich die Zeit und Arbeit investiere, zu recherchieren, stelle ich fest, dass ich auch hier mehr und mehr agnostisch werde. Ich weiß, dass ich nichts weiß. Und wenn ich schon weiß, dass ich über ein Thema nichts mit Sicherheit weiß, muss ich auch nicht darüber diskutieren.

Und wieder hessischer Stoizismus

Auf eine gewisse Weise ist das auch sehr befreiend. Wenn man sich entschieden hat, zu vielen der Dinge, die einen nicht unmittelbar betreffen, einfach keine Position zu haben, nimmt einem das eine große Last von den Schultern. Und um Missverständnisse zu vermeiden: Ich rede nicht von einer „mir ist alles egal“ Einstellung. Au contraire! Bei den Dingen, die mich oder meine Familie direkt betreffen habe ich mir die Mühe gemacht, mir eine Meinung zu bilden und stehe auch dafür ein. Aber der Rest … tja, der Rest wird immer weniger relevant. Um es mit den bereits in der letzten Kolumne zitierten, hessischen Worten liebevoll zu sagen: „Bevor isch misch uffresch, isses mir liewer egal.“

Ich glaube, nun ist es bereits höchste Zeit für die positive Wendung dieses Artikels. Was ist die Lösung, wenn in der Welt da draußen Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Integrität so offensichtlich fehlen? Meine persönliche Antwort ist, den Fokus zu verschieben, und zwar, ganz der stoischen Philosophie folgend, weg von dem, was ich nicht ändern kann und hin zu dem, was in meiner Macht steht. Für mich gehört unter anderem dazu, in meinen persönlichen Beziehungen höchsten Wert auf Ehrlichkeit und Integrität zu legen. Selbstverständlich beginnt das bei der eigenen Familie, zieht sich für mich aber weiter über meinen Freundes- und Bekanntenkreis bis hin zu meinen geschäftlichen Beziehungen.

Wahrhaftigkeit beginnt bei mir selbst

Die grundlegende Voraussetzung für wahrhaftige Beziehungen auf allen Ebenen ist, das ich selbst wahrhaftig bin. Mir persönlich ist es schon immer äußerst schwer gefallen, mich zu verstellen. Insofern war ich ein Stück weit, meiner eigenen Ehrlichkeit ausgeliefert, auch wenn es manchmal der schwerere Weg war. Je älter ich werde, desto mehr merke ich, wie ich immer noch allergischer auf das reagiere, was man auf Denglisch so schön „Bullshit“ nennt.

Kleiner Exkurs kurz vor Schluss: Wer sich mit „Shitology“ beschäftigen will, so nenne ich die herrlich bunte Verwendung dieses Worts im Englischen, dem sei der grandiose Ismo empfohlen, der sich in seiner Stand-Up Comedy ausführlich darüber auslässt. Und wen die (nicht so) feinen Unterschiede zwischen den Exkrementen verschiedener Tierarten in der Englischen Sprache interessieren, dem wird dieses Kurzvideo sicherlich die ein oder andere Erkenntnis bescheren.

Wir haben die Zielgerade erreicht, deshalb möchte ich den Tenor meines Beitrags noch einmal kurz zusammenfassen: Die Welt ist schön! Sorgen Sie gut für sich und arbeiten Sie daran, jeden Tag ein klein bisschen authentischer zu werden. Das, was wir ausstrahlen, ziehen wir auch wie ein Magnet an! Fokussieren Sie sich vor allem auf die Dinge, die Sie realistisch beeinflussen können und versuchen Sie, den Rest auszublenden.

Essenzen helfen

Und weil wir alle in jeder Hinsicht verschieden sind, fällt es mir hier auch schwer, eine bestimmte Essenz zu empfehlen – deshalb empfehle ich sie ALLE 😉 Suchen Sie einfach diejenigen heraus, die Ihnen jetzt gerade bei den Themen helfen, die sie momentan beschäftigen.

Eine hervorragende Gelegenheit, um mehr darüber zu lernen ist das Grundlagenseminar von Ian White (Australische Buschblüten Essenzen) am 27./28. Juni 2026 in Aschaffenburg. Die Frühbucherpreise gelten noch bis zum 26. April. Ich würde mich freuen, Sie in Aschaffenburg persönlich zu treffen.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

P.S. Dieser Text wurde mit 100% biologischer Intelligenz verfasst 😉

Carsten Sann

Carsten Sann ist Gründer und zusammen mit seiner Frau Inhaber des Essenzenladens. Er hat sich in seinem Leben schon mit einer Reihe unterschiedlichster Professionen beschäftigt und war unter anderem Tanzlehrer, IT Spezialist und Kinesiologe. Er beschäftigt sich seit 20 Jahren intensiv mit Blütenessenzen aus aller Welt. Er ist deutscher Distributor und Lehrer für viele der bekanntesten Essenzenhersteller und spricht in seinem Essenzenpodcast über sein Lieblingsthema: Die Anwendung von Blütenessenzen

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