Carsten Sann

Zu guter Letzt … (Dezember 2025)

Diesen Monat möchte ich ein wenig mentale Gymnastik mit ihnen machen, indem ich zwei Themen zusammenbringen, die auf wunderbare Weise zusammengehören zu scheinen, auch wenn wir sie in der Regel nicht zusammen präsentiert bekommen. Die Inspiration zur Kolumne in diesem Monat kam mir schon länger, aber nun scheint mir die Zeit gekommen, diesen Spagat zu wagen. Gleichzeitig schlage ich Werkzeuge vor, um Probleme und Ungleichgewichte in diesen beiden Bereichen zu lösen.

Um den Boden zu bereiten, erlaube ich mir, Ihnen die beiden Themen direkt zu Beginn quasi vor die Füße zu werfen. In diesem Beitrag geht es also um, erstens, das Element Metall aus der Traditionellen Chinesischen Medizin als Metapher für Werte und alles, was uns wertvoll ist, sowie, zweitens, um Inflation und das Prinzip der Zeitpräferenz aus der Österreichischen Nationalökonomik, einer viel zu wenig beachteten Strömung in der Volkswirtschaftslehre. Möge der Spagat gelingen.

Das Element Metall in der TCM

In der Traditionellen Chinesischen Medizin steht das Element Metall für Werte, Selbstwert, Abgrenzung, innere Klarheit und das Loslassen des Überflüssigen. Metall lehrt, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden – was wirklich Wert hat, bleibt, das, was keinen Wert (mehr) für uns hat, wird losgelassen. Dadurch entsteht innere und äußere Klarheit. Ein starkes Metallelement zeigt sich in Integrität, Aufrichtigkeit und der Fähigkeit, nach inneren Maßstäben zu leben – statt nach äußerem Schein.

Wahre Fülle im Element Metall entsteht nicht durch Anhäufung, sondern durch Bewusstheit, Ordnung und Dankbarkeit. Fülle wächst, wenn wir Altes loslassen und Raum für Neues schaffen. Wenn das Element Metall im Gleichgewicht ist, haben wir das Gefühl, „genug“ zu sein. Wer seinen eigenen Wert erkennt, muss ihn nicht von außen durch Besitz oder Anerkennung bestätigen lassen.

Passenderweise ist die Entsprechung des Metallelements in den vier Jahreszeiten der Herbst. Die Natur zieht sich zurück, lässt los und konzentriert sich auf den Kern – und genau daraus entsteht die Substanz für neues Wachstum.

Metall im Ungleichgewicht

Wenn das Metallelement aus dem Gleichgewicht geraten ist oder zu wenig Energie hat, zeigt sich das auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene deutlich. Da es heute vor allem um Werte gehen soll, möchte ich mich auf die folgende Liste von Symptomen eines unausgeglichenen Metallelements beschränken:

  • Fehlender innerer Kompass – was früher wichtig war, wirkt plötzlich leer oder bedeutungslos.
  • Es fällt schwer, den eigenen Wert unabhängig von äußeren Maßstäben (Status, Geld, Anerkennung) zu spüren.
  • Oft entsteht ein Gefühl, „nicht genug zu sein“ – egal, wie viel man erreicht.
  • Geld oder Besitz werden entweder überhöht („Ich bin, was ich habe“) oder abgewertet („Materielles ist unwichtig“) – beides ist Ausdruck einer Schieflage.
  • Fehlende Struktur im Umgang mit Ressourcen – übermäßiger Konsum oder Mangelbewusstsein.
  • Man hält aus Angst vor Verlust an Dingen, Menschen oder Mustern fest, die keine Energie mehr geben.

Pacific Essences – TCM Essenzen für die fünf Elemente

Was kann ich also tun, wenn mein Metallelement nicht im Gleichgewicht ist? Aufgrund ihrer besonderen Nähe zur TCM sind die Pacific Essences von Dr. Sabina Pettitt hier natürlich die erste Wahl. Jede der vielen Blüten-, Meeres- und Edelsteinessenzen ist einem oder mehreren Meridianen zugeordnet. Dementsprechend kommen alle Essenzen, die entweder zum Lungenmeridian oder zum Dickdarmmeridian gehören in Frage, um entsprechende Ungleichgewichte zu lösen.

Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, auf alle diese Essenzen eingehen zu wollen. Deshalb nur der Hinweis auf die fertige Metall Element Mischung, die eine handverlesene Auswahl von Pazifikessenzen zur Harmonisierung des Elements enthält. Natürlich gibt es zu jedem der fünf Elemente eine Essenzenmischung, die entweder einzeln oder im Set bei uns erhältlich sind.

Wenn man feststellt, dass das eigene Metallelement nicht im Gleichgewicht ist, finde ich persönlich es jedoch extrem spannend, sich die Zeit zu nehmen und herauszufinden, welche Themen die einzelnen Essenzen für Lunge und Dickdarm haben und was das mit einem selbst zu tun haben könnte. Hilfsmittel hierfür sind unsere Pacific Essences Meridiantafel und natürlich die Bücher von Sabina Pettitt: Energy Medicine und Energy Medicine 2.

Grenzenloser Konsum

Zeit, die Brücke zum zweiten Thema zu schlagen. Der Herbst ist in unserer Gesellschaft zu einer Zeit des scheinbar grenzenlosen Konsums geworden. Früher war Weihnachten das Fest des Schenkens und der Nikolaus hat Nüsse, Mandarinen und ein bisschen Schokolade gebracht. Heute sind oft bereits am 6. Dezember Geschenke üblich und wehe der Adventskalender besteht nur aus kleinen Schokotäfelchen.

Der „Black Friday“, also der Tag nach Thanksgiving, ist um das Jahr 2010 aus den den USA zu uns über den Atlantik geschwappt und hat sich relativ schnell zur „Black Week“ ausgeweitet – einem brutalen Marketingevent, bei dem mit irrationalen Rabatten zum hemmungslosen Konsum aufgerufen wird.

„Wir kaufen Dinge, wie wir nicht brauchen, mit Geld, das wir nicht haben, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen.“

George Carlin

Als erwachsener Mensch war mir dieses Konzept schon immer suspekt und fühlte sich irgendwie falsch an. Es sieht so aus, als würden wir uns inzwischen zum großen Teil dadurch definieren, was wir konsumieren und besitzen – und das Konsumkarussell dreht sich immer schneller. Um noch einmal zur TCM zu kommen, scheint fast so, als wäre das „kollektive Metallelement“ der westlichen Gesellschaften – wenn es so etwas denn gibt – aus dem Gleichgewicht geraten.

Endlich habe ich verstanden

Ich hatte also schon seit vielen Jahren irgendwie das nicht wirklich greifbare Gefühl, dass da etwas nicht stimmt, dass wir gesellschaftlich irgendwie auf einem ungesunden Weg sind. Und dann ist mir die „Österreichische Schule“ der Volkswirtschaftslehre über den Weg gelaufen. Es ist mir – um nochmal eine altmodische Redewendung zu bemühen – wie Schuppen von den Augen gefallen, was am Konsumwahn nicht stimmt, und endlich habe ich verstanden.

Offensichtlich würde es wieder den Rahmen dieses Beitrags sprengen, wenn ich versuchen wollte, die Ideen der „Österreicher“ hier zusammenzufassen, deshalb beschränke ich mich auf das Konzept der Zeitpräferenz. Für alle, die noch nie von dieser leider eher unbekannten Denkschule gehört haben, hier eine kurze Definition:

Die Österreichische Schule der Nationalökonomie ist eine seit dem späten 19. Jahrhundert entstandene ökonomische Denkrichtung, die auf individuelles Handeln, subjektive Werttheorie und freie Märkte fokussiert. Gegründet wurde sie von Carl Menger (ab ca. 1871), weiterentwickelt durch Eugen von Böhm-Bawerk, Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek. Sie betont Eigenverantwortung, Zeitpräferenz, Kapitalbildung und Geld als spontanes Marktphänomen – im Gegensatz zu zentraler Steuerung und staatlicher Intervention.

Zeitpräferenz bezeichnet in der Österreichischen Schule das Verhältnis zwischen dem Wert, den Menschen gegenwärtigem gegenüber zukünftigem Konsum beimessen. Eine hohe Zeitpräferenz bedeutet: lieber sofort konsumieren. Eine niedrige Zeitpräferenz bedeutet: lieber sparen, investieren und langfristig denken.

Offensichtlich neigen die Menschen in den westlichen Gesellschaften mehrheitlich zu einer kurzen Zeitpräferenz. Und das ist vollkommen nachvollziehbar. Lassen Sie uns deshalb kurz über Inflation, oder besser gesagt: Kaufkraftverlust sprechen.

Döner (mit alles und scharf) wird immer teurer

Ich erinnere mich noch daran, dass ich in den 90er Jahren, wenn ich Hunger hatte, für fünf Mark einen großen Döner bekommen konnte. Diese Woche habe ich mir einen kleinen für 7,50 Euro gekauft. Nach Adam Riese und bei einem Umrechnungskurs von 1,95583 sind das fast 15 Mark. In anderen Worten: Dreimal so viel wie vor 30 Jahren.

Jetzt werden Sie sagen: „Das kann man ja so nicht rechnen! Schließlich gibt es ja die Inflation und die Idee, dass ein Euro etwa zwei Mark entspricht, haben nur noch Dinosaurier und ewig Gestrige.“ Mein früheres Ich hat gesagt: Auch, wenn es wehtut, ist das wahr. Gleichzeitig hat es mir nie so richtig eingeleuchtet, warum das so sein muss, und warum 2 % Inflation das offizielle Ziel der Zentralbank für eine „stabile“ Währung ist. Was ist gut daran, wenn das Geld, das ich mir erarbeitet habe, quasi täglich ein klein bisschen an Wert verliert?

Mein heutiges, mit dem „österreichischen Virus“ infiziertes Ich versteht, dass mein damaliges Bauchgefühl genau richtig war. Es gibt kein Naturgesetz, das verlangt, dass Geld immer weniger wert wird. Nur mal so zur Einordnung: Selbst bei einer „erwünschten“ Teuerungsrate von 2 % halbiert sich die Kaufkraft innerhalb von etwas mehr als 34 Jahren. Oder anders ausgedrückt: Der beispielhafte Döner hat seinen Preis in 30 Jahren verdreifacht – das entspricht einem durchschnittlichen Kaufkraftverlust von 3,65 % pro Jahr.

Wie im Innen, so im Außen

Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass Menschen zu einer hohen Zeitpräferenz neigen. Zur Erinnerung: Das bedeutet, dass man lieber kurzfristig konsumiert als langfristig zu sparen. Warum sollte ich die Euros auch bei der Bank liegen lassen? Sie verlieren jedes Jahr an Wert und Zinsen gibt es auch fast keine. Also gebe ich sie lieber aus.

Wenn im Außen Geld an Wert verliert und kurzfristiges Denken überhandnimmt, zeigt das eine Bewegung, die auch im Inneren stattfindet. Eine hohe Zeitpräferenz – der Drang nach sofortiger Befriedigung – ist die ökonomische Entsprechung eines geschwächten Metallelements.

In der TCM steht Metall wie gesagt für Werte, Struktur und die Fähigkeit, Wesentliches zu erkennen und Überflüssiges loszulassen. Wenn diese Kraft aus dem Gleichgewicht gerät, verlieren wir den Bezug zu echtem Wert. Der äußere Wertverlust spiegelt dann eine innere Entwertung: Disziplin und Klarheit weichen Unruhe und Mangelbewusstsein. Wie im Innen, so im Außen – erst wenn wir wieder lernen, Maß zu halten und Raum zu schaffen, kann auch im Außen echte Stabilität und Fülle entstehen.

Ansätze, wie ich mein inneres Metallelement wieder ins Gleichgewicht bringen kann, hatte ich mit den Pazifikessenzen ja bereits oben vorgestellt. Und was kann ich im Außen tun, um meine Zeitpräferenz zu senken?

Lösungen für eine niedrige Zeitpräferenz

Eine notwendige Voraussetzung dafür ist, dass ich meine Lebenszeit, also die Bezahlung, die ich für meine geleistet Arbeit erhalten habe, irgendwie aufbewahren und für später konservieren kann. Es bräuchte als einen Speicher, der nicht automatisch an Wert verliert.

Da dies keine Finanzkolumne ist und ich keine Anlageempfehlungen geben darf und möchte, kann ich Sie nur auffordern, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ich kann Sie jedoch darauf hinweisen, dass es meiner Meinung nach zwei besonders heiße Kandidaten für den gesuchten Wertspeicher gibt: Gold und Bitcoin. Ich persönlich bin der Meinung, dass Bitcoin noch mehr Vorteile hat als Gold, aber bitte: DYOR – do your own research. Recherchieren Sie selbst! Empfehlen möchte ich an dieser Stelle als Einstieg einen Vortrag von Niko Jilch mit dem Titel „Make Sparen Great Again

Hinweis: Wenn ich Bitcoin sage, meine ich ausschließlich Bitcoin und keine andere der Tausenden von „Kryptowährungen“. Letztere sind hochspekulativ und äußerst riskant. Die von mir geschätzen Eigenschaften als Wertspeicher besitzt ausschließlich Bitcoin!

Ich persönlich fand es schon immer toll, mir qualitativ hochwertige Dinge zu leisten, die einen hohen Wert für mich haben. Gleichzeitig war und ist es mir suspekt, Dinge zu kaufen, die ich nicht brauche, nur weil sie billig sind. Mein Metallelement scheint also halbwegs gut zu funktionieren 😉

Mit den hier niedergeschriebenen Gedanken gelingt es mir vielleicht, Sie anzuregen, ihre eigene Einstellung in Bezug auf Werte, Wertvolles und ihre Zeitpräferenz auf den Prüfstand zu stellen. Und das ist kein moralisch erhobener Zeigefinger! Mein oberstes Prinzip ist, dass jeder tun kann, was er will. Er sollte es nur bewusst tun.

Mit diesem Gedanken entlasse ich Sie in den Jahres-Endspurt und wünsche Ihnen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch.

Liebe Grüße aus Aschaffenburg
Carsten Sann
Der Essenzenladen

Carsten Sann

Carsten Sann ist Gründer und zusammen mit seiner Frau Inhaber des Essenzenladens. Er hat sich in seinem Leben schon mit einer Reihe unterschiedlichster Professionen beschäftigt und war unter anderem Tanzlehrer, IT Spezialist und Kinesiologe. Er beschäftigt sich seit 20 Jahren intensiv mit Blütenessenzen aus aller Welt. Er ist deutscher Distributor und Lehrer für viele der bekanntesten Essenzenhersteller und spricht in seinem Essenzenpodcast über sein Lieblingsthema: Die Anwendung von Blütenessenzen

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Avatar-Foto
    Dr.Franziska Fuchs

    TOLLE Gedanken und wunderbare Inspirationen!!!! Herzlichen Dank und alle guten Wünsche für Sie und Ihre Familie sendet Dr.Franziska Fuchs

    1. Carsten Sann
      Carsten Sann

      Vielen Dank 🤩 Wir wünschen Ihnen auch eine fantastische Weihnachtszeit und einen guten Rutsch! LG

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