Dr. Sabina Pettitt (Pacific Essences)

Das Gedächtnis der Bäume

Seit ich den „Mother Tree“ um das Jahr 2007 herum kennengelernt habe, bin ich von seiner Majestät verzaubert. Ich habe viele Menschen zu ihm geführt, und Jung und Alt bleiben stehen und zeigen sich beeindruckt von seiner Schönheit und Vollendung. Der Mutterbaum ist eine Abendländische Thuja und vielleicht der älteste Baum im Süden von Vancouver Island. Sein Alter beträgt mindestens 500 Jahre, und manche behaupten, er sei vielleicht sogar 800 Jahre oder mehr alt! Halten Sie einen Moment inne und versuchen Sie zu begreifen, was vor 500 bis 800 Jahren auf Vancouver Island geschah. Oder weiten Sie Ihr Denken auf einen globalen Maßstab aus und erinnern Sie sich daran, was vor 500 bis 800 Jahren auf unserem Planeten geschah. Es ist unglaublich, wenn man an die planetarische Zeitlinie denkt, die der Mutterbaum in seiner Erfahrung festhält.

Wenn ich mich traurig oder einsam fühle, fahren mein Hund Baba und ich nach Renfrew, gehen um den Baum herum und umarmen ihn. Nach all den Jahren staune ich immer noch über die Ausdauer und Lebenskraft, die er großzügig mit all den anderen Pflanzen, Pilzen und Insekten teilt, die er ernährt. Natürlich hatte ich auch die Inspiration, eine Essenz mit dem „Mother Tree“ herzustellen. Die Resonanz dieser Essenz, wie auch die des Baumes selbst, ist Durchhaltevermögen – nicht im Sinne von Leiden oder Opfer, sondern vielmehr im Sinne der Entfaltung des eigenen großartigen Potenzials.

Die Geschenke des Mutterbaums

Im Jahr 2014 wurde ich eingeladen, an einer internationalen Konferenz für Blütenessenzen in Japan teilzunehmen, die von unserem dortigen Distributor Nature World ausgerichtet wurde. Als Teil dieser Zusammenkunft von Essenzenherstellern wurden wir gebeten, jeweils eine Essenz aus unserem Repertoire auszuwählen. Diese Essenzen sollten auf der Konferenz zu einer globalen Supermischung kombiniert werden.

Ich hatte gerade die Bitte in der E-Mail gelesen und ging zu dem Bereich hinüber, in dem Michael arbeitete, um zu fragen, welche Essenz wir beisteuern sollten. Noch bevor ich den Satz beenden konnte, hörte ich Michael sagen: „Der Mother Tree„. Obwohl meine eigenen Gedanken eher in Richtung der Meeresessenzen gegangen waren, wusste ich aufgrund meiner Affinität zu diesem schönen Wesen und meiner Begeisterung, es in die Welt der Schwingungsmedizin aufzunehmen, sofort, dass Michael Recht hatte. Unser Beitrag musste unbedingt der Mutterbaum sein!

Mein lieber Freund Steve Johnson, der Gründer von Alaskan Essences, war der Moderator der Konferenz, und jeder von uns ging in die Mitte des riesigen Auditoriums, wobei ein Bild der Essenz, die wir einbrachten, auf eine Leinwand hinter uns projiziert wurde. Als ich über die Mother Tree Essenz sprach, sagte ich etwas über ihre Gaben wie Weisheit, Liebe und Fürsorge. Ich erklärte, dass wir voll und ganz im Zentrum unseres Seins präsent sind, wenn wir uns mit ihr verbinden, auch wenn es so aussieht, als ob „da draußen wirklich schlimme Dinge passieren“. Die Essenz schenkt uns auch die Fähigkeit, unsere eigene Lebensaufgabe zu erfüllen und die Möglichkeit, uns wieder mit dem Samen zu verbinden, der unsere ursprüngliche Absicht für dieses Leben enthält. Nachdem ich gesprochen hatte, kamen Menschen auf mich zu und sagten mir, dass sie dieses helle Licht um mich herum sehen konnten.

Die Zukunft des Mutterbaums

Da der Mutterbaum auf Privatgrund steht, bestand immer die Gefahr, dass ihm etwas zustößt. In einem Jahr, als wir in Renfrew für unser Energy Medicine Retreat waren, fanden wir ein riesiges Seil – vielleicht 15 Meter lang und fast 20 cm im Durchmesser – um ihren Stamm gewunden, als ob jemand versuchen würde, sie herauszureißen. Eine unserer Teilnehmerinnen ging sogar eines Morgens mit einem Messer hinunter, um zu versuchen, das Seil zu durchtrennen. Es gelang ihr nicht, aber als wir das nächste Mal vorbeikamen, war das Seil glücklicherweise verschwunden. Während dieser Woche erfuhr ich, dass tatsächlich Vandalen für diese Schändung verantwortlich waren und dass der Eigentümer und Bauherr des Grundstücks das Seil entfernt hatte.

Jedes Mal, wenn ich in diese Gegend fahre, ist mein erster Halt der Besuch des Mother Trees, um ihn zu würdigen und meine Dankbarkeit für seine Existenz auszudrücken. Bei jedem Besuch frage ich mich, ob es das letzte Mal sein könnte, dass ich ihn sehe. Vielleicht ist es generell eine gute Einstellung, die wir in all unseren Beziehungen kultivieren sollten – mit jedem so umzugehen, als wäre es das letzte Mal, dass wir mit ihm zusammen sein können. (Nur so ein Gedanke …) Aufgrund der Ungewissheit über die Zukunft des Mutterbaums habe ich mich an den Grundstückseigentümer gewendet und ihn gefragt, ob wir vielleicht eine Vereinbarung für den Schutz des Baums abschließen könnten, um seine Sicherheit bis zu seinem natürlichen Tod zu gewährleisten.

Diese Initiative weckte in mir Erinnerungen an meinen Vater. Er war im Osten Bauunternehmer und Grundstücksentwickler, und ich erinnere mich immer an die Ehrfurcht und den Respekt, den er der Natur entgegenbrachte. Wenn er ein Grundstück kaufte, auf dem er bauen wollte, nahm er immer zuerst den Baumbestand auf und wies die Architekten an, die Gebäude um die bestehende Landschaft herum zu entwerfen. Und es scheint, dass der Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Mutterbaum lebt, ein ähnliches Bewusstsein für die Natur hat.

Ich freue mich sehr, berichten zu können, dass der Mutterbaum zusammen mit 17 oder 18 anderen großen Bäumen auf dem Grundstück, zu deren Besichtigung der Besitzer mich eingeladen hat, erhalten werden soll. Er hat die Absicht, um jeden dieser Bäume einen Radius von fünf bis sechs Metern einzurichten, in dem Bänke aufgestellt werden könnten, auf denen die Menschen sitzen und sich einfach mit dem Baum beschäftigen können. Als wir mein Anliegen und seine Pläne für die Zukunft besprachen, hatte ich das Gefühl, dass ich mit einer verwandten Seele und einem bewussten Wesen kommunizierte, das den Wert der Natur kennt.

Die Weisheit der Bäume

Mir ist heute klar, dass ich eine lange Historie mit Bäumen habe: Von dem Apfelbaum, auf den ich im Alter von zehn Jahren in unserem Hinterhof kletterte, über die fast 20 Meter hohe Pappel vor unserem Schlafzimmerfenster in unserem ersten Haus in Victoria bis hin zu den erstaunlichen Bäumen, die mich auf diesem kostbaren Stück Land umgeben, das ich heute mein Zuhause nenne. Als wir hier ankamen, waren die 4,5 Hektar Land gerodet, und nur zwei ältere Bäume standen noch. Michael hat über 200 Bäume gepflanzt – Silberbirken, Eichen, Ahorne, Hartriegel und Pappeln. Er pflanzte Weißkastanien, die als 20 Zentimeter hohe Setzlinge aus den Dachrinnen unseres ersten Hauses in Victoria stammten, und Oregon-Eichen, die als Setzlinge in winzigen Blumentöpfen begonnen haben und jetzt vier bis fünf Meter hoch sind.

Michael nahm unsere Besucher immer mit auf die Wiese mit den Oregon-Eichen, denn selbst als die Bäume nur einen Meter hoch waren, war es immer noch verblüffend, sich daran zu erinnern, dass sie ihr Leben in einem Pappbecher begonnen hatten, der nur drei Zentimeter groß war. Die Essenz der Oregon-Eiche (Garry Oak) hilft uns, unsere Ressourcen weise zu nutzen und uns auf unseren eigenen Weg zu konzentrieren, anstatt auch nur ein Quäntchen Energie darauf zu verschwenden, andere zu verurteilen oder über die Welt zu schimpfen.

Die heilende Energie der Baumessenzen

Vor einigen Jahren hatte ich die inspiration, ein spezielles Set mit Baumessenzen herauszubringen. Es hat mich nicht überrascht, als sich bei der Erforschung herausstellte, dass für jeden einzelnen Hauptmeridian der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine Essenz dabei war. Es war wie ein ganz besonderes Geschenk für mich, weil wir unsere Arbeit/Spiel mit den Essenzen immer auch durch die Brille der TCM und der ayurvedischen Medizin betrachtet haben. Beide Traditionen basieren auf dem freien Fluss der Energie in den Chakren und Meridianen und auf der Aufrechterhaltung von Gleichgewicht und Harmonie im physischen, mentalen, emotionalen und spirituellen Körper. Es war, als ob die Bäume unser intuitives Wissen bestätigten, dass sie hervortreten mussten und neue Heilenergien beizutragen hatten.

Das Gedächtnis der Bäume

Zurück zu unserem ersten Haus in Victoria und zu der 20 Meter hohen Pappel vor unserem Schlafzimmerfenster. Eines Tages beschlossen die Nachbarn, diesen Baum zu fällen, weil sie dachten, er könnte das Fundament ihres Hauses beschädigen. Das war verheerend. Ein Wesen, das uns jeden Abend ins Bett begleitet hatte und jeden Morgen beim Aufwachen da war, war plötzlich verschwunden. Das Geräusch des Windes in ihren Blättern, die Muster, die sie auf unseren Wänden und Böden hinterließ, wenn das Sonnenlicht durch unser nach Süden ausgerichtetes Fenster einfiel, ihre mit den Jahreszeiten wechselnde Garderobe – all das war innerhalb von 20 Minuten für immer verschwunden, nachdem eine Kettensäge ihren Körper zersägt hatte. Ein Lebewesen, das für mich selbstverständlich gewesen war, war nicht mehr da, und ich vermisste sie sehr. Für den Rest der Zeit, die wir in diesem Haus lebten, war ich mir ihrer physischen Abwesenheit sehr bewusst – und doch blieb ihre feinstoffliche Energie immer präsent.

Vor kurzem habe ich gelernt, dass die Natur ein Gedächtnis hat und in der Lage ist, dieses Gedächtnis an ihre Nachkommen weiterzugeben.

Bäume sind nicht nur in der Lage, sich im Laufe ihres Lebens schnell an neue Bedingungen anzupassen, sondern können sogar das „Gedächtnis“ solcher Umweltveränderungen an die nächste Generation weitergeben. Diese erstaunliche Fähigkeit haben Forscher der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) nun erstmals nachgewiesen.

Diese bemerkenswerte Fähigkeit rettete die Pappel zwar nicht, aber vielleicht bereitete sie künftige Keimlinge darauf vor, andere Plätze zum Wachsen zu finden. Sicherlich ist diese Fähigkeit jeden Tag in unseren Wäldern präsent, und ich vermute, dass dies der Grund ist, warum die Menschen innehalten, wenn sie das Privileg haben, einen Mutterbaum zu sehen. Sir David Attenborough hat einmal gesagt: „Alte Bäume sind kostbar. Es gibt kaum etwas anderes auf der Erde, das eine so reiche Lebensgemeinschaft in einem einzigen lebenden Organismus beherbergt.“

Daher möchte ich dem Grundstücksentwickler, der den Mutterbaum in seine künftige Schöpfung einbeziehen wird, Danke – und dem Mutterbaum selbst für unsere tiefgreifende Reise mit ihm.

In einem Wald mit hunderttausend Bäumen ist kein Blatt wie das andere. Und keine zwei Reisen entlang desselben Weges sind gleich.

Paulo Coelho

Mit Segenswünschen
Sabina Pettitt

Sabina Pettitt

Sabina Pettitt liebt das Leben, die Menschen und die Natur. All dies bringt sie in ihrer therapeutischen Arbeit zum Ausdruck - als Akupunkteurin, Beraterin und Blütentherapeutin. Seit über 20 Jahren erforscht sie die Wirkungen der von ihr hergestellten Pacific Essences, einem breiten Spektrum von Blüten-, Meeres- und Edelsteinessenzen, die sich schon längst als wirkungsvolle und gleichzeitig sanfte Unterstützung in der Komplementärmedizin etabliert haben. Als einzige Essenzen haben diese einen unmittelbaren Bezug zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der ajurvedischen Gesundheitslehre. Jede Essenz ist einem oder mehreren Meridianen, Elementen und Chakren zugeordnet.

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